Inspiriert von aktuellen Coachings, bei denen erstaunlich oft genau das als Thema genannt wird, gheht es heute darum, wie Du auf den Punkt kommen und klarer kommunizieren kannst. Viele meiner Coachees möchten nicht nur klarer kommunizieren und damit souveräner wirken. Sondern manchmal ist ja auch nicht viel Zeit um den Vorstand oder die Geschäftsführung von der eigenen Idee zu überzeugen. Wer erst umständlich aufs Thema hinführt, verliert wertvolle Zeit.

Auch bei privaten Gesprächen ist dieses „um den heißen Brei herumreden“ meist für beide Seiten eher unangenehm. Deshalb komme ich auch heute ganz schnell zum Punkt, nämlich zu den 5 Tipps, die ich Dir mit auf den Weg geben möchte, um zügig auf den Punkt zu kommen.

Stell Dir vor, ich würde jetzt ewig lange erst ein bisschen über Storytelling schreiben. Dann Dir zwei rhetorische Stilmittel vorstellen. Und dann vielleicht mal kurz etwas über klare Kommunikation schreiben. Dann wäre dieser Artikel vermutlich nicht das, was Du aufgrund des Titels erwartet hast. Und das ist auch schon der erste aus meiner Sicht besonders wichtige Ratschlag:

Kläre das Thema

Kläre das Thema genau, um das es in Deinem Vortrag, dem Gespräch oder auch einer Präsentation gehen soll. In einer der letzten Folgen hatten wir erst das Thema Feedforward. Also Erwartungen, Zielvorgaben, etc. genau abklären. Zum Punkt kommen kannst Du ja nur, wenn Du auch ganz genau weißt, was eigentlich der springende Punkt ist. Und ja, es ist ein, in Zahlen 1 Punkt, um den es gehen sollte. Der kann Unterpunkte haben. Aber Du solltest nie mehrere Themen, die nichts miteinander zu tun haben, vermischen. Weder in wichtigen Gesprächen noch in Vorträgen und Präsentationen.

Stell es Dir vor wie eine Schlagzeile in der Zeitung. Während es im Internet nur noch Clickbaiting gibt und damit die Leute möglichst lange auf der Seite bleiben und sich viel Werbung anschauen, die zentralen Infos immer weiter unten platziert und davor mit viel Blabla gestreckt werden . Das ist genau das Gegenteil davon. Mach es wie in der Tageszeitung. Wie in der Printpresse. Du brauchst eine Schlagzeile. Diesen einen Satz, der die Message enthält. Alles andere ist dann nur noch Ausführung dazu.

Eier nicht rum!

Kein könnte, hätte, wäre, vielleicht eventuell. In diesem Fall zitiere sogar ich mal die Bibel.

„Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Bösen“.

Matthäus 5,37

Klar gibt es Fragen, für die ein Ja oder Nein dann ZU einfach wäre. Ansonsten aber, wenn Dich jemand was fragt, und es ist eine geschlossene Frage, dann weich nicht aus. Auch wenn Du auf eine Frage wie „Haben Sie schon die Quartalszahlen ausgewertet?“ mit einem unangenehmen „Nein“ antworten musst. Kommt alle mal besser als „Also, naja, wissen Sie, so Quartalszahlen sind ja jetzt eigentlich gar nicht sooo aussagekräftig… Und ich wär ja auch schon längst fertig, wenn nicht die Kollegin aus dem Marketing da noch…“ Come on! Tu es: Ja oder Nein! Sag auch klar und deutlich, wenn Du danach gefragt wirst, was Deine Einschätzung ist. Was empfiehlst du, was die Zuhörenden mit den Infos machen sollen? Bist Du für oder gegen den neuen Produktionsstandort? Bezieh klar Stellung, zeig klare Kante. Raus damit! Denn genau das ist gemeint mit klar kommunizieren!

Formuliere klar und verständlich!

Klar kommunizieren bedeutet klar zu formulieren. Auch dazu ein Zitat. Diesmal von Ludwig Wittgenstein:

„Was sich überhaupt sagen lässt, lässt sich klar sagen.“

In diesem Sinne: Wenig Fremdwörter und Fachkauderwelsch, kurze Hauptsätze. „Komm zum Punkt“ darfst Du also durchaus wörtlich nehmen, und zwar als den Punkt als Ende des Satzes. Zum klar kommunizieren gehört auch, dass Du auf Phrasen verzichtest. So leere Worthülsen wie „Wie sie alle sicherlich wissen“, „schön, dass sie alle so zahlreich erschienen sind“, „bevor ich jetzt zum Ende komme“ oder, um die Zuhörenden schon viel früher zu langweilen „bevor ich zum eigentlichen Thema komme, lassen Sie mich kurz ausführen…“.

Ebenso gibt es bestimmte Redestrukturen, die hilfreich sein können. Denn wenn die Struktur Deiner Rede oder Deines Gesprächsbeitrags zu kompliziert ist, hemmt sie Dich eher, als dass sie Dir hilft. Die AIDA-Formel ist schön und gut, aber wenn zum Beispiel Attention und Desire schon da sind, dann komm eben gleich zur Action. Ich habe es schon erlebt, dass Verkaufspersonal sich an mir abgearbeitet hat, mir Argumente und Vorzüge aufgelistet hat. Und ich habe mir gedacht: Hey, ich hab Internet. Ich bin hier um zu kaufen. Gib mir das Teil jetzt endlich!

Komm auch nonverbal zum Punkt!

Stimmlich sollte der Punkt am Ende des Satzes zu hören sein. Kein Fragezeichen. Die Stimme geht nach unten. Es folgt eine kurze, aber merkliche Pause, gerade nach wichtigen Aussagen. So manche Botschaft ging unter, weil einfach weiter geredet wurde. Nimm Augenkontakt auf, Übertreib es nicht mit Gestik, auch hier ist weniger mehr. Betone gerne auch gestisch wie stimmlich Deine entscheidende Aussage. Aber lenk nicht mit zusätzlichem „Herumzappeln“ davon ab.

Das war´s. Fertig. Viel Spaß beim Umsetzen!

Hi. Mein Name ist Oliver Walter. Ich bin Rhetoriktrainer & Coach. Hier blogge ich über mein Lieblingsthema: Rhetorik & Kommunikation. Wenn ich Dir mit meiner Fachmeinung oder meinem Knowhow weiterhelfen kann, lass es mich gerne wissen. 

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