Es reicht nicht die Zuhörenden während der Rede zu erreichen, sie zu unterhalten, zu informieren, vielleicht sogar zu begeistern. Das muss auch nachhaltig sein. Denn sonst verpufft so ein zehnminütiger Beitrag unglaublich schnell. Die Leute erinnern sich vielleicht noch, dass ihnen das super gefallen hat und mit etwas Glück sogar ans Thema. Aber was sie damit jetzt konkret machen sollen, also wie es jetzt, am Ende desVortrags weitergeht mit den Infos, das bleibt oft auf der Strecke. Die Leute freuen sich was total Intelligentes und Wichtiges gehört zu haben. Und vergessen darüber total, dass man mit Wissen auch immer etwas anfangen sollte! Deshalb hier nun 5 Möglichkeiten eine Rede zu beenden. Einige davon lassen sich auch gut miteinander kombinieren

Der Cliffhanger

Der Schluss ist nicht der richtige Ort für falsche Bescheidenheit. So von wegen „Ich hoffe, ich konnte ihnen in der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit trotzdem zumindest das allerwichtigste etwas nahebringen…“ Nein, bitte nicht! Das wertet den Vortrag ab. Viel besser ist es, den Spieß umzudrehen: Statt zu sagen, was alles nicht gesagt werden konnte ist es besser Neugier zu erzeugen auf all das, was noch hätte gesagt werden können. Das ist ja auch das Prinzip eines Kinotrailers. Die entschuldigen sich hinterher auch nicht beim Publikum, dass sie in der Kürze der Zeit nicht den ganzen Film zeigen konnten. Ganz im gegenteil! Die nutzen das um die Leute dazu zu bringen sich den ganzen Film anzuschauen! Auch wir Trainer und Coaches arbeiten so. Wir halten Vorträge oder machen Youtube-Videos. Oder Podcasts. Oder schreiben Blogartikel. Und geben so viele wertvolle Informationen kostenlos heraus. Aber niemals alle. Es soll noch etwas Neugier bleiben oder gar das Interesse mit meiner Unterstützung da ganz individuell daran zu arbeiten. Am erfolgreichsten ist niemals die Rede, die die Zuhörenden vollkommen erschöpft. Dass diese das Gefühl haben jetzt alles zu wissen, was sie wissen wollten. Und noch ein bisschen mehr. Sondern die, die noch Platz lässt für die persönliche Neugierde jedes Einzelnen. Bei Serien, Fortsetzungsromanen und mehrteiligen Filmen ist es ja auch völlig normal, dass es am Ende den berühmten „Cliffhanger“ gibt. Die Handlung ist nicht komplett zu Ende. Nicht alle Fragen wurden beantwortet. Stattdessen wurden vielleicht sogar ganz zum Schluss nochmal neue aufgeworfen.

Die Zusammenfassung

Worum ging es? Was war Deine Meinung dazu? Was war nochmal das wichtigste Argument? Wiederholungen sind einfach nötig um Dinge im Gedächtnis Deiner Zuhörenden zu verankern. Das darf allerdings nicht zu lange dauern. Was Du zu sagen hattest, hast Du ja gesagt. Jetzt kannst Du einfach nochmal ganz plakativ ein paar Sätze „ballern“, die hängenbleiben sollen. Nach dem Motto: Wenn die sonst alles andere vergessen, das hier nicht! Die Aufmerksamkeitsspanne ist inzwischen teilweise so kurz, dass immer mehr Zeitungen und Magazine in ihren Onlineausgaben bei den Artikeln nicht nur angeben, wie lange die durchschnittliche Lesedauer ist. Sondern auch ganz am Schluss noch mal in drei Sätzen den Inhalt des Artikels zusammenfassen.

Call to action

Sieht man gerne in Filmen, in denen es um Mannschaftssport geht. Fußball. Oder in den Filmen aus den USA eben oft Football oder Baseball. Sie liegen zur Halbzeit chancenlos zurück. Aber dann hält der Trainer eine aufrüttelnde, emotionale Rede und die endet natürlich mit einem Call to Action: „Und jetzt gebt Euer bestes und gewinnt dieses Spiel“! Und alle so JAAAA. Und weil es Hollywood ist, schaffen sie es auch. Happy End. Wenn Du Deinem Publikum die wichtigsten Punkte Deiner Rede nochmal zusammengefasst hast, sag den Leuten doch auch gleich, was sie mit diesen Infos jetzt anfangen sollen! Bringe sie gedanklich schon ins Tun.

Alternativen aufzeigen

Eine schöne Möglichkeit ist es auch Deinen Zuhörer:innen die Wahl zu lassen, was sie tun oder mit welcher Botschaft sie aus Deiner Rede rausgehen sollen. Indem Du eine Alternative aufzeigst. Das kann eine echte Alternative sein zwischen Option A und Option B. Das kann aber auch eine reine Schein-Alternative sein. „Sie haben jetzt die Wahl. Wollen wir wirklich so weitermachen wie bisher? Oder endlich mehr Umsatz erwirtschaften?“ Die Antwort liegt auf der Hand. Und doch ist es sozusagen eine bewusste Entscheidung jeder einzelnen Person für sich zu dem Schluss zu kommen: Natürlich mehr Umsatz erwirtschaften! Was für eine Frage! Während die direkte Aufforderung „Erwirtschaftet endlich mehr Umsatz“ auch als ZU fordernd und eben zu direkt rüberkommen könnte.

Callback

Ich habe in Teil 2 über den perfekten Einstieg in die Rede auch schon den „Loop“ oder den „Callback“ erwähnt. Also den Rückbezug auf den Anfang. Du schließt sozusagen den Kreis. Hast Du in der Einleitung eine Frage in den Raum gestellt, kannst Du diese nochmal erwähnen und darauf verweisen, dass Du jetzt sie beantwortet hast. In Teil 2 hatte ich als Beispiel gehabt „Macht es für uns als mittelständisches Unternehmen wirklich Sinn nach Asien zu expandieren?“ Und jetzt, am Schluss angekommen, kannst Du nach Darlegung aller Argumente sagen, ob das aus Deiner Sicht sinnvoll wäre oder eben nicht. „Sie sehen also: Für uns ergibt das überhaupt keinen Sinn. Lassen Sie uns lieber in unserem Heimatmarkt weiterhin organisch wachsen.“

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