Vielleicht kennst Du diesen alten Witz von der ersten Therapiestunde.

„Warum kommen Sie denn zu mir in Therapie?“

„Ich habe das Gefühl, niemand hört mir zu.“

„…“

„…“

„Oh, äh, haben Sie was gesagt?“

Wenn Du manchmal auch das Gefühl hast, man hört Dir nicht wirklich zu, hier ein paar Tipps, was Du tun kannst, damit Menschen Dir zuhören und Du Dir das sprichwörtliche Gehör verschaffen kannst.

Sprich leiser

Es klingt im ersten Moment total kontraintuitiv, aber tatsächlich hören Dir Menschen eher zu, wenn Du leiser redest statt z.B. immer lauter zu werden. Du denkst vielleicht, um so lauter Du wirst UND IRGENDWANN FAST SCHON BRÜLLST, DANN MÜSSEN SIE DIR DOCH ZUHÖREN? Aber nein, sie hören Dich zwar akustisch, aber gerade das Plakative, extra Laute kann abschreckend wirken.

Flüsterst Du dagegen fast schon, erzeugt das beim Gegenüber Neugier. Jetzt werden plötzlich alle um Dich herum leiser oder gar ganz still, nur um möglichst nichts zu verpassen von dem, was Du sagst.

Kündige die wichtige Botschaft deutlich an

Von der Werbung können wir manches darüber lernen, wie man Aufmerksamkeit erzeugt. „Was Sie jetzt gleich hören, werden Sie nicht glauben!“ Zack, Leute klicken auf den Link oder starten das Video. Sag daher gerne so etwas wie

  • „Was ich Dir/Euch jetzt sage, ist besonders wichtig“
  • „das wird Dich vielleicht überraschen“
  • „Jetzt kommt`s“

Das erzeugt Spannung. Allerdings musst Du dann auch liefern und wirklich etwas Interessantes zu erzählen haben!

Erzeuge nonverbal Aufmerksamkeit, BEVOR Du etwas sagst

Einen Großteil unserer Wirkung macht die nonverbale Ebene aus. Bei manchen Menschen bist Du schon neugierig, was sie gleich sagen werden, noch bevor sie irgendwas gesagt haben. Das ist oft Charisma. Aber es gibt meist auch klare, nonverbale Signale wie z.B. ein Anheben des Kopfes, ein leichtes Öffnen des Mundes, etc. Was Du konkret nonverbal tun kannst? Zum Beispiel…

  • Nimm Blickkontakt auf
  • Wende Dich der Person oder der Gruppe zu oder positioniere Dich innerhalb der Gruppe so, dass klar ist, Du wirst jetzt etwas sagen
  • Räuspere Dich
  • Oder, wenn es von Eurer Beziehung zueinander her okay ist, leg Deine Hand auf den Arm oder die Schulter der anderen Person

Komm zügig zum Punkt

Die Leute werden Dir nicht so gerne zuhören, wenn sie davon ausgehen müssen, dass Du ewig brauchst, bis zu zum eigentlich Punkt kommst. Aufmerksamkeit ist ein kostbares Gut. Verschwende es nicht! Wie Du am besten Klartext redest und zum Punkt kommst, habe ich bereits in einem Beitrag beschrieben.

Hör auch Du anderen aufmerksam zu

Nicht nur wegen der goldenen Regel, so von wegen „Was Du Dir wünscht, dass man Dir tu…“. Sondern auch, weil vielleicht auch Dein Gegenüber Redebedarf hat. Oder eine Gruppe erst gerne einen drängenden Punkt geklärt haben möchte. Wenn das draußen ist, sind die Leute auch wieder aufnahmebereiter für das, was Du zu sagen hast.

Ganz extremes Beispiel: Wenn Du einer anderen Person ins Wort fällst, sie nicht ausreden lässt – Warum sollte diese Person dann Dir zuhören? Die ist dann in Gedanken eben auch noch bei ihrem Thema. Also, erst zuhören, aufmerksam und ausführlich zuhören.

Oder eben auch so mal nachfragen: Passt es gerade? Hast Du gerade Zeit? Denn manchmal würden Dir Leute vielleicht sehr gerne zuhören. Aber sie müssen gleich los, ein Termin steht an, was auch immer. Hol Dir gerne erst mal das Committent, dass es jetzt auch passt.

Fazit

Es ist durchaus möglich und gar nicht so schwierig, Dir Gehör zu verschaffen. Aber dann solltest Du auch wirklich liefern. Wenn Du Dir nicht sicher bist, wie Du am besten weitermachen sollst, wenn Du die Aufmerksamkeit erst mal hast, ist vielleicht die AIDA-Technik etwas für Dich, die ich im Blogbeitrag über den Elevator-Pitch erkläre.

Hi. Mein Name ist Oliver Walter. Ich bin Rhetoriktrainer & Coach. Hier blogge ich über mein Lieblingsthema: Rhetorik & Kommunikation. Wenn ich Dir mit meiner Fachmeinung oder meinem Knowhow weiterhelfen kann, lass es mich gerne wissen. 

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